Zwiebeln lassen sich wesentlich länger aufbewahren als viele andere Gemüsearten. Entscheidend sind jedoch die Sorte, der Zustand der Zwiebeln und der Lagerplatz. Gut getrocknete Küchen- und Lagerzwiebeln können mehrere Monate halten. Saftige Gemüsezwiebeln, weiße Sommerzwiebeln und Frühlingszwiebeln müssen dagegen schneller verbraucht oder eingefroren werden.
Welche Zwiebeln eignen sich für die längere Lagerung?
Am besten lagerfähig sind vollständig ausgereifte Küchen- und Lagerzwiebeln mit einer festen, trockenen und geschlossenen Außenschale. Beim Einkauf sollten die Zwiebeln prall und fest sein. Weiche Stellen, feuchte Schalen, dunkle Verfärbungen oder ein muffiger Geruch deuten auf beginnenden Verderb hin.
Besonders gut geeignet sind:
- gelbe und braune Küchenzwiebeln,
- feste rote Lagerzwiebeln,
- gut ausgereifte Schalotten,
- ausdrücklich als Lagersorten angebotene Zwiebeln.
Weniger lagerfähig sind:
- große, saftige Gemüsezwiebeln,
- milde weiße Sommerzwiebeln,
- Frühlings- und Bundzwiebeln,
- bereits angeschnittene oder geschälte Zwiebeln.
Das Bundeszentrum für Ernährung empfiehlt für Küchenzwiebeln einen kühlen, trockenen und dunklen Lagerplatz. Unter günstigen Bedingungen können feste Lagerzwiebeln mehrere Monate frisch bleiben. Weiße Sommerzwiebeln und Frühlingszwiebeln gehören dagegen kurzfristig in das Gemüsefach des Kühlschranks.
Selbst geerntete Zwiebeln zuerst trocknen
Frisch geerntete Zwiebeln dürfen nicht sofort dicht verpackt oder in einen geschlossenen Behälter gelegt werden. Sie müssen zuerst nachtrocknen. Dafür werden sie an einem trockenen, luftigen und vor Regen geschützten Ort flach ausgebreitet.
Die Trocknung ist abgeschlossen, wenn:
- die äußeren Schalen trocken rascheln,
- der Zwiebelhals vollständig trocken ist,
- keine feuchten oder weichen Stellen vorhanden sind,
- die Wurzeln trocken geworden sind.
Unter geeigneten Bedingungen dauert das Nachtrocknen ungefähr sieben bis zehn Tage. Erst danach werden das trockene Laub und die Wurzeln entfernt. Das Laub kann auch belassen werden, wenn die Zwiebeln zu Zöpfen geflochten und aufgehängt werden sollen.
Gekaufte Lagerzwiebeln sind normalerweise bereits ausreichend getrocknet.
Der richtige Lagerplatz
Für den Haushalt eignet sich ein trockener Keller, eine kühle Speisekammer oder ein dunkler, gut belüfteter Vorratsraum. Ein geschlossener Küchenschrank direkt neben Herd, Spülmaschine oder Heizung ist ungeeignet, weil es dort häufig zu warm wird.
Der Lagerplatz sollte:
- kühl, aber frostfrei sein,
- möglichst gleichmäßige Temperaturen bieten,
- trocken sein,
- vor Licht schützen,
- eine gute Luftzirkulation ermöglichen.
Die professionelle Langzeitlagerung erfolgt bei Temperaturen nahe 0 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von etwa 65 bis 70 Prozent. Unter optimalen Bedingungen werden Lagerzeiten von einem bis zu sechs Monaten angegeben. Im normalen Haushalt lassen sich diese Bedingungen selten genau erreichen. Daher ist ein trockener und kühler Vorratsraum meist die praktikabelste Lösung.
Zwiebeln dürfen nicht gefrieren. Nach Frostschäden wird das Gewebe weich und verdirbt schnell.
Welche Behälter eignen sich?
Zwiebeln benötigen Luft. Gut geeignet sind:
- Netze,
- Drahtkörbe,
- Holzkisten mit Luftschlitzen,
- offene Kartons,
- gelochte Zwiebelbehälter,
- Papiertüten mit mehreren Luftlöchern.
Die Zwiebeln sollten locker liegen und möglichst nicht in einer hohen, schweren Schicht aufeinandergepresst werden. In einer flachen Kiste lassen sie sich zudem leichter kontrollieren.
Ungeeignet sind geschlossene Kunststoffbeutel und luftdichte Dosen. Darin kann sich Feuchtigkeit sammeln. Die Zwiebeln beginnen dann schneller zu schimmeln oder zu faulen.
Zwiebeln und Kartoffeln getrennt lagern
Zwiebeln und Kartoffeln mögen es zwar beide kühl und dunkel, sollten aber nicht direkt nebeneinander aufbewahrt werden. Nach Angaben der Verbraucherzentrale können Zwiebeln Feuchtigkeit von den Kartoffeln aufnehmen und dadurch schneller faulen. Kartoffeln können wiederum in der Nähe von Zwiebeln schneller keimen.
Deshalb sollten für beide Vorräte getrennte Kisten oder unterschiedliche Bereiche des Lagerraums verwendet werden.
Vorrat regelmäßig kontrollieren
Gelagerte Zwiebeln sollten mindestens einmal pro Woche angesehen und vorsichtig abgetastet werden. Eine einzige faulende Zwiebel kann Feuchtigkeit und Mikroorganismen auf benachbarte Exemplare übertragen.
Sofort aussortiert werden Zwiebeln mit:
- weichen oder matschigen Stellen,
- sichtbarem Schimmel,
- austretender Flüssigkeit,
- fauligem oder gärigem Geruch,
- stark eingesunkenem Gewebe.
Ein grüner Austrieb bedeutet zunächst vor allem, dass die Ruhephase der Zwiebel beendet ist. Ist die Zwiebel noch fest und frei von Schimmel, kann sie zeitnah verarbeitet werden. Stark weiche oder innen faulige Zwiebeln gehören dagegen in den Abfall.
Angeschnittene Zwiebeln im Kühlschrank lagern
Sobald eine Zwiebel angeschnitten oder geschält wurde, gehört sie in den Kühlschrank. Die Schnittfläche sollte nicht offen liegen. Am besten wird die Zwiebel in eine saubere, dicht schließende Dose gelegt. Dadurch trocknet sie nicht so schnell aus und überträgt ihren Geruch nicht auf andere Lebensmittel.
Angeschnittene Zwiebeln sollten möglichst rasch verbraucht werden. Fachinformationen nennen bei sauberer und gekühlter Lagerung eine Höchstdauer von ungefähr sieben Tagen. Verfärbte, schleimige oder unangenehm riechende Zwiebeln sollten nicht mehr verwendet werden.
Zwiebeln einfrieren: die einfachste Methode
Zwiebeln können ohne vorheriges Blanchieren eingefroren werden. Nach dem Auftauen sind sie allerdings weich und nicht mehr für Salate oder andere rohe Anwendungen geeignet. Geschmack und Würzkraft bleiben weitgehend erhalten, sodass die Stücke direkt für Suppen, Soßen, Eintöpfe, Pfannengerichte oder Bratensoßen verwendet werden können.
Schritt für Schritt
- Zwiebeln schälen und beschädigte Stellen entfernen.
- Zwiebeln unter hygienischen Bedingungen in Würfel, Streifen oder Ringe schneiden.
- Die benötigte Menge portionsweise abfüllen.
- Möglichst viel Luft aus dem Gefrierbeutel drücken.
- Beutel flach ausbreiten und bei mindestens –18 °C einfrieren.
- Inhalt, Menge und Einfrierdatum auf dem Beutel notieren.
Gewürfelte Zwiebeln müssen vor dem Einfrieren nicht blanchiert werden. Das bestätigt auch das National Center for Home Food Preservation.
Vorfrieren verhindert einen festen Zwiebelblock
Wer später nur kleine Mengen entnehmen möchte, sollte die geschnittenen Zwiebeln zunächst einzeln vorfrieren:
- Zwiebelstücke in einer dünnen Lage auf einem Tablett oder Teller verteilen.
- Das Tablett für einige Stunden in den Gefrierschrank stellen.
- Die gefrorenen Stücke anschließend in einen Gefrierbeutel umfüllen.
- Möglichst viel Luft entfernen und den Beutel sofort wieder einfrieren.
Dadurch kleben die Stücke weniger stark zusammen und können später löffelweise entnommen werden.
Alternativ lassen sich die Zwiebeln direkt in kleinen Portionen einfrieren. Ein flach gedrückter Gefrierbeutel benötigt wenig Platz und ermöglicht ein schnelles Durchfrieren.
Wie lange halten gefrorene Zwiebeln?
Für die beste geschmackliche Qualität sollten eingefrorene Zwiebeln innerhalb weniger Monate verbraucht werden. Als praktische Orientierung eignen sich ungefähr drei bis sechs Monate. Das Bundeszentrum für Ernährung nennt für selbst eingefrorenes Gemüse bei mindestens –18 °C allgemein eine Lagerdauer von sechs bis zwölf Monaten. Bei Zwiebeln können Aroma und Konsistenz jedoch schon früher nachlassen.
Solange die Kühlkette nicht unterbrochen wurde, bedeutet eine längere Lagerung nicht automatisch, dass die Zwiebeln verdorben sind. Gefrierbrand, ausgetrocknete Stellen und nachlassendes Aroma sind hauptsächlich Qualitätsprobleme.
Muss man gefrorene Zwiebeln auftauen?
Für die meisten warmen Gerichte ist kein Auftauen notwendig. Die benötigte Menge kann direkt gefroren in den Topf oder in die Pfanne gegeben werden. Das spart Zeit und verhindert, dass sich beim Auftauen unnötig viel Flüssigkeit sammelt.
Für einen Zwiebelkuchen oder andere Rezepte mit empfindlichem Teig kann es sinnvoll sein, die Zwiebeln vorher anzudünsten und überschüssige Flüssigkeit verdampfen zu lassen.
Bereits vollständig aufgetaute Zwiebeln sollten nicht erneut roh eingefroren werden. Sie werden am besten vollständig gegart und anschließend nur dann erneut eingefroren, wenn sie zwischenzeitlich hygienisch und durchgehend gekühlt behandelt wurden.
Ganze Zwiebeln einfrieren?
Das Einfrieren ganzer Zwiebeln ist möglich, aber wenig praktisch. Sie tauen langsam auf, werden sehr weich und lassen sich anschließend schlecht schneiden. Wer ganze Zwiebeln einfrieren möchte, sollte sie vorher schälen, reinigen und je nach Größe etwa drei bis sieben Minuten blanchieren. Danach werden sie schnell abgekühlt, gut abgetrocknet und verpackt. Auch dann eignen sie sich später nur für gekochte Gerichte.
Geschnittenes und portionsweise eingefrorenes Gemüse ist für den Haushalt fast immer die bessere Lösung.
Fazit
Gut ausgereifte Küchen- und Lagerzwiebeln halten am längsten, wenn sie kühl, trocken, dunkel und gut belüftet aufbewahrt werden. Netze, offene Kisten und gelochte Behälter sind dafür besser geeignet als geschlossene Kunststoffbeutel. Kartoffeln und Zwiebeln sollten getrennt gelagert und der Vorrat regelmäßig kontrolliert werden.
Ist kein geeigneter Lagerraum vorhanden oder wurde eine größere Menge angeschnitten, lassen sich Zwiebeln problemlos einfrieren. Dafür werden sie geschält, zerkleinert und portionsweise bei mindestens –18 °C eingefroren. Blanchieren ist bei Zwiebelwürfeln nicht notwendig. Die gefrorenen Stücke können später direkt für warme Speisen verwendet werden.