Gebrauchte Kameras, Monitore, Drucker, Spielekonsolen und andere technische Geräte lassen sich leichter verkaufen, wenn sie sauber und gepflegt wirken. Auf hochauflösenden Verkaufsfotos fallen Staub, Fusseln, Fingerabdrücke und verschmutzte Gehäuse besonders deutlich auf. Mit einigen einfachen Hilfsmitteln können die meisten Geräte gründlich gereinigt werden, ohne empfindliche Oberflächen oder elektronische Bauteile zu gefährden.
Vor der Reinigung
Das Gerät wird vollständig ausgeschaltet, vom Stromnetz getrennt und abgekühlt. Herausnehmbare Akkus sollten nach Möglichkeit entfernt werden. Reinigungsmittel dürfen niemals direkt auf das Gerät gesprüht werden. Flüssigkeit kann durch Tasten, Anschlüsse, Lüftungsschlitze und Gehäusefugen eindringen. Deshalb wird immer nur das Reinigungstuch leicht angefeuchtet.
Vor einer gründlichen Reinigung empfiehlt es sich, den Zustand des Gerätes zu fotografieren. So lässt sich später unterscheiden, welche Kratzer bereits vorhanden waren und welche Stellen nur verschmutzt sind.
Diese Hilfsmittel sind empfehlenswert
Für die verkaufsfertige Reinigung reicht eine überschaubare Grundausstattung:
- kurzflorige, fusselfreie Mikrofasertücher
- ein weicher Blasebalg aus dem Kamerabereich
- weiche ESD-Pinsel in mehreren Größen
- ein regelbarer elektrischer Staubbläser
- destilliertes Wasser
- mildes Spülmittel ohne Pflegezusätze
- Isopropanol für geeignete Oberflächen und Kontakte
- fusselfreie Schaumstoffstäbchen
- Einweghandschuhe für die abschließende Reinigung
Kurzflorige Mikrofasertücher sind besser geeignet als dicke Haushaltstücher. Sie gelangen leichter in Ecken und hinterlassen weniger Fasern. Sinnvoll sind mindestens drei getrennte Tücher: eines für die erste Reinigung, eines für die feuchte Reinigung und eines zum trockenen Nachpolieren.
Ein Blasebalg aus dem Kamerabereich erzeugt einen kontrollierten Luftstoß ohne Treibmittel. Damit lassen sich Staub und Fusseln aus Objektiven, Buchsen, Tasten und Gehäusefugen entfernen. Für größere Geräte ist ein regelbarer elektrischer Staubbläser hilfreich.
Zuerst trocken entstauben
Bevor ein Gerät feucht abgewischt wird, muss loser Staub entfernt werden. Andernfalls verbindet er sich mit der Feuchtigkeit zu einem grauen Film, der sich in Fugen und strukturierten Oberflächen festsetzt.
Mit einem weichen ESD-Pinsel wird der Staub aus Lüftungsschlitzen, Lautsprechergittern, Tastaturzwischenräumen, Anschlüssen und Vertiefungen gelöst. Anschließend wird er mit dem Blasebalg oder einem elektrischen Staubbläser entfernt. Bei empfindlichen Geräten sollte zunächst die niedrigste Leistungsstufe verwendet werden.
Erreichbare Lüfter werden beim Ausblasen vorsichtig festgehalten. Durch einen starken Luftstrom können sie extrem schnell drehen und möglicherweise beschädigt werden. Staub sollte außerdem möglichst nach außen und nicht tiefer in das Gerät geblasen werden.
Druckluftdosen können bei falscher Haltung kaltes, flüssiges Treibmittel ausstoßen. Werden sie verwendet, müssen sie aufrecht gehalten und nur in kurzen Stößen betätigt werden. Ein elektrischer Staubbläser ist bei regelmäßiger Nutzung meist die bessere und dauerhaft preiswertere Lösung.
Kunststoff- und Metallgehäuse reinigen
Für normale Kunststoffgehäuse genügt meistens ein mit destilliertem Wasser leicht angefeuchtetes Mikrofasertuch. Bei fettigen Verschmutzungen kann eine sehr kleine Menge mildes Spülmittel zugesetzt werden. Das Tuch darf nicht tropfen. Danach wird die Fläche mit einem trockenen Mikrofasertuch nachgewischt.
Isopropanol eignet sich unter anderem für robuste Metallflächen, bestimmte Kunststoffteile und elektrische Kontakte. Es kann jedoch Lackierungen, Aufdrucke, Klebstoffe, gummierte Beschichtungen und manche Kunststoffe angreifen. Die Verträglichkeit sollte deshalb zuerst an einer verdeckten Stelle geprüft werden.
Stark vergilbter Kunststoff wird durch normales Reinigen nicht wieder weiß. Aggressive Bleichverfahren können Flecken verursachen und das Material spröde machen. Bei einem Verkaufsgerät ist eine ehrliche Darstellung der Verfärbung meist besser als eine riskante Behandlung.
Displays und glänzende Oberflächen
Displays besitzen häufig empfindliche Entspiegelungs- oder Schutzbeschichtungen. Am sichersten ist ein sauberes Mikrofasertuch, das nur minimal mit destilliertem Wasser angefeuchtet wird. Das Display wird ohne starken Druck in geraden Bewegungen gereinigt und anschließend trocken nachpoliert.
Glasreiniger, Alkohol und Haushaltsreiniger sollten auf Displays nur verwendet werden, wenn der Gerätehersteller dies ausdrücklich erlaubt. Ungeeignete Reiniger können Beschichtungen beschädigen, matte Stellen erzeugen oder dauerhafte Schlieren hinterlassen.
Buchsen, Fugen und Lautsprechergitter
USB-, HDMI- und Stromanschlüsse werden zunächst mit einem Blasebalg ausgepustet. Festsitzender Staub lässt sich mit einem sehr weichen Pinsel lockern. Für schmale Fugen eignen sich fusselfreie Schaumstoffstäbchen.
Normale Wattestäbchen können Fasern hinterlassen. Metallnadeln, Büroklammern und Schraubendreher dürfen nicht in Anschlussbuchsen eingeführt werden, weil sie Kontakte verbiegen oder Kurzschlüsse verursachen können.
Reinigungsschleim ist ebenfalls problematisch. Er kann in feinen Lautsprechergittern, Tastaturen und Gehäuseöffnungen hängen bleiben und dort klebrige Rückstände hinterlassen.
Kameras und Objektive
Bei einem Kameraobjektiv werden lose Partikel zuerst mit einem Blasebalg entfernt. Erst danach kommen ein spezieller Objektivpinsel, Linsenpapier oder ein sauberes Optiktuch zum Einsatz. Wird ein staubiges Objektiv sofort abgerieben, können harte Partikel feine Kratzer verursachen.
Der Bildsensor einer System- oder Spiegelreflexkamera sollte nur gereinigt werden, wenn tatsächlich Verschmutzungen auf den Aufnahmen erkennbar sind. Eine unsachgemäße Sensorreinigung kann größere Schäden verursachen. Im Zweifelsfall ist eine professionelle Reinigung die sicherere Lösung.
Vorsicht bei Druckern
Drucker sollten nicht wahllos ausgeblasen werden. Bei Laserdruckern kann Tonerstaub aufgewirbelt und im Gerät oder im Raum verteilt werden. Tonerreste dürfen außerdem nicht mit einem gewöhnlichen Haushaltsstaubsauger aufgenommen werden.
Bei Tintenstrahldruckern dürfen empfindliche Teile wie das transparente Encoderband, der Druckkopf und geschmierte Führungen nicht versehentlich abgewischt werden. Für den Verkauf genügt normalerweise die Reinigung des Gehäuses, der Papierfächer und der problemlos erreichbaren Bereiche.
Aufkleber und Kleberückstände
Aufkleber sollten langsam und möglichst flach abgezogen werden. Leichte Wärme kann den Klebstoff weicher machen. Das Gehäuse darf dabei jedoch nicht stark erhitzt werden.
Verbleibende Klebereste lassen sich auf geeigneten Oberflächen häufig mit wenig Isopropanol entfernen. Vorher ist ein Materialtest notwendig. Aceton, Nitroverdünnung und aggressive Etikettenlöser können Kunststoff anlösen, verfärben oder dauerhaft matt machen.
Diese Mittel besser vermeiden
Ungeeignete Hilfsmittel können sichtbare Schäden verursachen:
- Küchenpapier kann empfindliche Hochglanzflächen zerkratzen.
- Papiertaschentücher und billige Tücher hinterlassen Fusseln.
- Schmutzradierer wirken leicht schleifend und machen Flächen matt.
- Cockpit- und Silikonspray hinterlassen einen schmierigen Film.
- Glasreiniger kann Displaybeschichtungen angreifen.
- Starke Lösungsmittel beschädigen Kunststoff, Lack und Beschriftungen.
- Reinigungsschleim kann in Gittern und Tastaturen hängen bleiben.
- Ein Staubsauger direkt an offenen Platinen kann elektrostatische Probleme verursachen.
- Flüssigkeit darf niemals direkt auf oder in ein Gerät gesprüht werden.
Silikonhaltige Pflegemittel erzeugen zwar kurzfristig Glanz, hinterlassen aber häufig Schlieren. Ein übermäßig glänzendes Gerät kann zudem den Eindruck erwecken, dass Gebrauchsspuren verdeckt werden sollen.
Fusseln vor den Verkaufsfotos entfernen
Nach der Reinigung muss das Gerät vollständig trocknen. Danach werden alle Flächen mit einem frischen, trockenen Mikrofasertuch poliert. Einweghandschuhe verhindern neue Fingerabdrücke.
Unmittelbar vor den Aufnahmen werden die letzten Fusseln mit einem Blasebalg entfernt. Besonders kontrolliert werden sollten Displays, Objektive, schwarze Hochglanzflächen, Lüftungsschlitze, Gehäusekanten, Schraubenvertiefungen und Typenschilder.
Seitlich einfallendes Licht macht Staub und Schlieren gut sichtbar. Diese Kontrolle sollte vor dem Fotografieren erfolgen. Eine digitale Retusche kann einzelne Fusseln entfernen, ersetzt aber keine gründliche Reinigung.
Fazit
Für eine sichere Reinigung von Consumer-Elektronik sind keine aggressiven Spezialmittel erforderlich. ESD-Pinsel, Blasebalg, elektrischer Staubbläser, kurzflorige Mikrofasertücher und destilliertes Wasser decken die meisten Arbeiten ab.
Die richtige Reihenfolge ist entscheidend: zuerst trocken entstauben, danach geeignete Flächen vorsichtig feucht reinigen und zum Schluss nachpolieren sowie verbliebene Fusseln entfernen. So wirken gebrauchte technische Geräte auf Verkaufsfotos gepflegt, ohne empfindliche Oberflächen oder Bauteile unnötig zu gefährden.